Geschichte

Zusammengefügt, was schon immer zusammengehört hatte:

„Heidjer”-Gemeinde

Das Dorf Edemissen wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt, doch gehen Heimatforscher davon aus, daß der Ort bereits 1000 Jahre vorher bestanden hat. Funde am Hang des Osterberges reichen sogar in die mittlere Steinzeit zurück, also hielten sich in diesem Gebiet bereits vor 6.000 Jahren Menschen auf.
Das Amt Meinersen wurde 1532 gebildet. Der Gograf, auch Gogräfe oder Gogreve genannt, war in der Gografenschaft Edemissen Verwaltungsbeauftragter für das Amt Meinersen. Ihm oblagen Verwaltung, Rechtswesen, öffentliche Ordnung sowie in gewissem Umfang Verteidigung. Die heutigen zur Gemeinde Edemissen gehörenden 14 Ortschaften waren unter dem Dach des Landkreises seit dessen Gründung selbständige Gemeinden. Dies änderte sich 1974, als die Gemeinde Edemissen gebildet wurde. Die Gebietsreform ließ gleichsam die alte Gografschaft Edemissen wieder aufleben und schuf eine "Heidjer"-Gemeinde. Ein geschichtlicher Kreis schloss sich.

weitere Informationen:
Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.
1. Vors. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Am Sandkamp 5
31234 Edemissen
Tel. 05176/8744

„Ach, es war nur die Laterne”:

Die „Poetantin” der Wilhelminischen Ära heiratete nach Oelerse

JulieJulie Schrader war eine große Verehrerin des Hannoverschen Königshauses. Und vielleicht mag man ihr zum Vorwurf machen, daß sie mit den Welfen heulte. Hermann Niewerth, ihr Gatte, wird in der Sekundärliteratur als Ehrenmann geschildert, dem jedoch das Gefühl für das Innenleben seiner Gattin abging.
Als gebrochene Frau nahm sich die 1881 geborene Tochter eines Bahnbeamten aus Hannover am 17. November 1939 in einem Teich das Leben. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Oelerse. Die Literaturgeschichte, soweit sie Julie zur Kenntnis nimmt, bezeichnet die Schrader als den „welfischen Schwan”.

Diesen Titel verdiente sie sich mit Zeilen wie diesen:

Wenn über Dir die Liebe schwebt
Und Deine Knochen krachen,
Wenn über Dir ein Busen bebt
Und noch ganz and`re Sachen,

Dann sei gewiß:
Es ist und bleibt
Die große Zeit
Der Liebe.

Gefallener Riese ...

Sagenhaft, was der Sagenschatz des Edemissener Landes so alles enthält. Zum Beispiel die Geschichte von den Kniekuhlen. Sie sind von einem Riesen verursacht worden, der zu Boden ging, weil er sich zu viel aufgeladen hatte, nämlich Felsbrocken, die er - nur mal so - auf dem Blocksberg im Harzgebirge aufgelesen hatte. Und wie Riesen nun mal so sind überschätzte er seine Riesenkräfte, schulterte einen Super-Hinkelstein und stapfte gen Norden. Schließlich kam er zum Schwarzwasser.
„No problem for me”, dachte der Riese in der für seine Artgenossen übersplönigen Weise, wollte das Bächlein überschreiten und strauchelte wegen des allzu mächtigen Steines, den er sich aufgeladen hatte. Strauchelte so sehr, daß er zu Boden ging. Und weil Riesen höchst gewichtig sind, hatte der Sturz genug Schwung, um den geschulterten Stein weit hinwegzuschleudern. Der Riese selbst drückte tiefe Kuhlen in den Boden. Zwei mit den Knien, zwei mit den Ellenbogen, eines mit dem Kopf. Unser Supermann rappelte sich bald wieder auf, doch die Kuhlen blieben als sichtbare Spuren in der Feldmark zwischen Klein Oedesse und Klein Eddesse bestehen.

... Rausch in Oelheim durch schwarzes Gold

ÖlDie Menschen machten sich das auf dem Wasser der Kniekuhlen schwimmende Erdöl zunutze, fischten es mit Binsenbüscheln ab und verwendeten es als Schmier- und Heilmittel sowie zum Teeren von Booten, die auf dem Eddesser See und der Fuhse zum Fischen eingesetzt wurden.
Die Erdölgewinnung erlebte ihren Höhepunkt, als 1881 aus dem Bohrloch 3 bei Edemissen täglich 75 Tonnen Öl sprudelten, eine für damalige Vorstellungen sensationell große Menge. In der Blütezeit bis 1883 waren in Oelheim mehr als 100 Firmen tätig. Der absolute Höhepunkt der Förderung wurde 1882 mit knapp 6000 Tonnen Erdöl erreicht. Oelheim im Ölrausch. Das „schwarze Gold” aus Edemissener Boden hat noch immer seine Bedeutung. Nun soll jedoch die Förderung im Erdölfeld Eddesse-Nord aufgegeben werden.